Wie kann ich verschiedene Steuerregeln und Steuerdefinitionen hinterlegen?

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Einführung

Um eine neue Steuerregel für Ihr Produkt zu hinterlegen oder eine bestehende Regel zu verwalten, gehen Sie in den Einstellungen auf "Zahlung > Steuerregeln". Falls Sie verschiedene Produkte anbieten, die unterschiedliche Steuersätze benötigen, können Sie z.B. eine Steuerregel mit verminderter Mehrwertsteuer und eine Steuerregel mit regulärer Mehrwertsteuer konfigurieren. Standardmäßig gibt es zwei vorkonfigurierte Steuerregel für "Chargeback Fee" (Rücklastschriftgebühren) und für Services (Dienstleistungen). Die Steuerregel für "Chargeback Fee" definiert die Besteuerungsregel von Gebühren aus Rücklastschriften (Chargebacks). Werden vom System festgestellte Rücklastgebühren von Ihnen in Rechnung gestellt, wird automatisch diese Steuerregel angewandt. Um eine neue Steuerregel anzulegen, klicken Sie dazu auf "Steuerregel hinzufügen" oder klicken Sie auf den "Bearbeiten"-Button, um eine bestehende Steuerregel anzupassen.

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Vorkonfiguration Steuerregeln

Innerhalb einer Steuerregel können Sie folgende Einstellungen treffen:

  • Interner Name: Definiert den internen Namen der Steuerregel
  • Reverse Charge: Definiert, ob Reverse-Charge innerhalb dieser Steuerregel angewendet werden soll:
    • Deaktiviert: Reverse-Charge wird für Produkte mit dieser Steuerregel nicht angewendet
    • Reverse-Charge: Reverse-Charge wird für Produkte mit dieser Steuerregel angewendet und ein Hinweis zu Reverse-Charge wird auf den Belegen ausgegeben.
      • Dieses Verfahren ist in der Regel anzuwenden, wenn Sie digitale Güter und Dienstleistungen vertreiben.
    • Intra EU supply of goods and services (steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung oder Leistung): Es werden Belege für eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung oder Leistung ausgestellt und ein Hinweis dazu auf den Belegen ausgegeben.
      • Dieses Verfahren ist  üblicherweise anwendbar, wenn Sie physische Güter und Dienstleistungen vertrieben. 
  • Ist Moss anwendbar: Wenn die Option aktiviert ist werden die Umsätze für alle Produkte, bei denen diese Steuerregel hinterlegt ist, im MOSS-Report mit ausgegeben.
  • Rechnungszeilen zerteilen wenn sich der Steuersatz ändert: Wenn der Leistungszeitraum einer Rechnungsposition den Gültigkeitsbereich von verschiedenen MwSt.-Sätzen umfasst (z.B. gelten in Deutschland bis zum 01.07.2020 19 % MwSt., vom 01.07.2020 16 % MwSt. und ab dem 01.01.2021 wieder 19 %) wird bei Aktivierung dieser Option die Rechnungsposition automatisch nach den definierten Daten geteilt und es wird pro geteilter Rechnungsposition der dann zu dem Datum gültige Steuersatz auf der Rechnung angewendet.
    • Beispiel: Bei einer Rechnung mit Leistungszeitraum vom 29.06.2020 bis zum 29.06.2021 wird vom 29.06.2020 bis zum 01.07.2020 ein Steuersatz von 19 % für die Rechnungsposition auf der Rechnung ausgegeben, vom 01.07.2020 bis zum 01.01.2021 wird die Rechnungposition mit 16 % ausgewiesen und vom 01.01.2021 bis zum 29.06.2021 wird der restliche Zeitraum wieder mit 19 % abgerechnet. Dadurch entstehen drei getrennte Rechnungspositionen mit dem jeweils gültigen Steuersatz.
    • Hinweis: Dieses Vorgehen ist nur unter sehr speziellen Voraussetzungen anwendbar. Besprechen Sie die Teilung von Rechnungspositionen vor Aktivierung mit Ihrem Steuerberater.

Verschiedene Steuersätze für verschiedene Länder

Pro Land auf der Welt kann zuerst innerhalb einer Steuerregel ein allgemeiner Steuersatz hinterlegt werden (z.B. Deutschland 19 % MwSt.) und dann zusätzlich zeitlich geltende Steuersätze. Nachdem der allgemeine Steuersatz für Deutschland hinterlegt wurde, kann über die Auswahl "Land hinzufügen" erneut Deutschland ausgewählt werden und mit einer Datumsauswahl der Zeitpunkt definiert werden, ab wann der neue Steuersatz gültig sein soll (z.B. 16 % ab dem 01.07.2020). Damit können Änderungen in der Zukunft für Mehrwertsteuersätze bereits vorkonfiguriert werden und müssen nicht händisch zu einem Stichtag durchgeführt werden. Neben dem Land, dem Gültigkeitsdatum und dem Steuersatz, kann eine Steuerdefinition ausgewählt werden, sodass über die Steuerdefinition gesteuert werden kann um welche Art von Steuer es sich handelt. Die Beschreibung der Steuerdefinition wird auf der Rechnung ausgegeben.

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Auswahl der Besteuerung und Anwendung Reverse-Charge-Verfahren

billwerk verwendet automatisch den hinterlegten Steuersatz, wenn für einen Kunden das Land in der Rechnungsanschrift angegeben ist. Sollte das Land des Kunden nicht als eigener Steuersatz hinterlegt sein, überprüft billwerk in absteigender Reihenfolge, welcher Steuersatz für den Kunden zur Anwendung kommt. Sollte das Land des Kunden in der EU liegen, wird der Steuersatz für "Restliche EU" verwendet, sollte das Land außerhalb der EU liegen wird der Steuersatz für die "Restliche Welt" angewendet.

In welchen Fällen billwerk das Reverse-Charge-Verfahren anwendet, können Sie hier nachlesen.

 

Rücklastschriftgebühren

Für Rücklastschriftgebühren (Chargeback Fee) gibt es eine vorkonfigurierte separate Steurregel. Hier ist für alle Kunden innerhalb und außerhalb der EU ein Steuersatz mit 0 % vordefiniert. Als Beschriftung auf der Rechnung wird für Rücklastschriftgebühren "Gebühr" ausgegeben.

 

Konfiguration Steuerdefinitionen

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Steuerdefinitionen beschreiben Steuerarten oder Gründe für Steuerausnahmen, die auf Ihr Produkt angewendet werden. Der interne Name wird in der UI angezeigt, die Beschreibung wird auf den Belegen ausgegeben. Es gibt vier verschiedene Arten von Steuerdefintionen:

  • MwSt
  • Unbesteuert
  • Reverse Charge
  • Spezielle

Bereits vordefiniert ist hier die Steuerart Mehrwertsteuer und eine Reihe von Steuerausnahmen. Sollten in Ihren Geschäftsprozessen weitere Ausnahmen für unbesteuerte Beträge existieren, können Sie diese im Bereich „Unbesteuert“ über den "Hinzufügen"-Button erstellen. Hier können Sie einen internen Namen und einen Beschreibungs-Text für die Rechnungen hinterlegen. Anschließend können Sie die Steuerdefinition in einer Steuerregel verwenden.

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